peb-Kongress Gesund aufwachsen in einer digitalen Welt

Kinder und Jugendliche sind alltäglich mit digitalen Medien und Angeboten konfrontiert. Wo nehmen die Kinder die Zeit her? Und was ist hier die richtige Balance?  Darüber haben wir mit dem Kinder- und Jugendarzt Dr. Uwe Büsching im Vorfeld des peb-Kongresses "Gesund aufwachsen in einer digitalen Welt" gesprochen, der im Februar 2019 in Berlin stattfindet.

 

Welchen Einfluss hat die soziale Herkunft auf das gesunde Aufwachsen und insbesondere den Medienkonsum (gemeint sind digitale Bildschirmmedien) von Kindern?

Eltern aus bildungsferneren Schichten erhoffen sich durch den Umgang ihrer Kinder mit digitalen Bildschirmmedien höhere Bildungschancen. Die soziale Herkunft, noch mehr das Soziales Kapital im Sinne Andreas Klockes ist als Ressource für Gesundheit anerkannt und damit entscheidend für das gesunde Aufwachsen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: nicht gut ausgebildete Kompetenzen im Umgang mit Werbung, Kulturkonflikte in Bezug auf Kindererziehung und der Wunsch nach Kompensation sozialer Nachteile durch Erwerb von Statussymbolen bis zur schweren Verschuldung.

 

Wo nehmen die Kinder die Zeit für diesen gestiegenen Medienkonsum her? Welche Formen des kindlichen „Zeitvertreibs“ bleiben medienbedingt auf der Stecke?

Die Zeit für den gestiegenen Konsum digitaler Bildschirmmedien fehlt im realen Leben. Das beginnt damit, dass Langeweile, die ja oft Ausgang konstruktiven – innovativen Denkens ist, nicht mehr zugelassen wird und mündet beim Verlust von realen sozialen Beziehungen und der Teilhabe an Sporttraining und Sportwettkämpfen. Viele wollen es nicht glauben, die FORSA Studie im Auftrag der DAK belegt für 12 – 18 jährige, schreibt aber von Kindern, 25% nutzen digitale Bildschirmmedien an Werktagen vier und mehr Stunden, am Wochenende sind es 50%.

 

Welche Chance haben Eltern, den Medienkonsum ihrer Kinder zu reglementieren? 

Eltern haben viele Chancen, den Gebrauch digitaler Bildschirmmedien zu reglementieren. Es steht außer Frage, Eltern sind auch bei der Nutzung digitaler Bildschirmmedien Vorbild ihrer Kinder. Die kritische Distanz muss bereits im Säuglingsalter beginnen. Im Kindergartenalter gilt ein sehr restriktiver Umgang der Eltern mit digitalen Bildschirmmedien als guter Anfang zu reglementieren. Siehe dazu: https://www.stiftung-kind-und-jugend.de/fileadmin/pdf/Flyer-Bildschirmmedien.
Gute Anleitungen erhalten Eltern auch bei SCHAU HIN! und no-zoff.ch

Informationen zum Programm und zur Anmeldung des peb-Kongress Gesund aufwachsen hier