Präventionsstudie GeMuKi auf Zielgeraden

Die Präventionsstudie "GeMuKi – Gemeinsam gesund: Vorsorge plus für Mutter und Kind" hat die geplante Fallzahl erreicht. Die Rekrutierung von Teilnehmerinnen ist seit dem 31.7.2021 abgeschlossen. Fast 1500 Schwangere wurden in die cluster-randomisierte Interventionsstudie eingeschrieben. 

Prävention von Anfang an

Die Studie untersucht den Einfluss von Ernährung, Bewegung und Lebensstil auf die Gesundheit von Mutter und Kind. Dabei erfolgt die Evaluation durch die Uniklinik Köln auf drei Ebenen:

  • Wirksamkeit,
  • Wirtschaftlichkeit und
  • Prozess.

Die neue Versorgungsform GeMuKi ergänzt die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft und im Kindesalter durch eine strukturierte, niedrigschwellige Präventionsmaßnahme in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Genussmittelkonsum.

Frauen werden während der Schwangerschaft und den ersten 12 Monaten nach der Geburt dabei unterstützt, gesundheitsförderliche Verhaltensweisen selbst zu entwickeln. Durch individuelle Beratungen mit Elementen der Motivierenden Gesprächsführung, sollen die Gesundheitskompetenz der Schwangeren gefördert und lebensstilbedingte Risiken zur Entwicklung von Übergewicht und Adipositas reduziert werden.

1000 "GeMuKi-Babys"

Die Ergebnisse der im Januar 2019 gestarteten Präventionsstudie werden im Laufe des Jahres 2022 erwartet. Ungefähr 1000 „GeMuKi-Babys“ wurden bereits geboren. Die Schwangeren, jungen Eltern und Kinder werden weiterhin noch bis Januar 2022 durch Frauenärztinnen und Gynäkologen, Hebammen und Kinder- und Jugendärzt:Innen betreut. 

Hintergrund:

Die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen nimmt in Deutschland laut 13. DGE-Ernährungsbericht weiter zu. Jede dritte Frau im gebärfähigen Alter sowie ca. 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 3 bis 17 Jahren sind laut KiGGS-Studie (2003 - 2006 und 2014 - 2017) des Robert-Koch-Instituts übergewichtig.

Übergewicht und Adipositas in der Schwangerschaft erhöhen das Risiko für das Eintreten von Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen signifikant, insbesondere Gestationsdiabetes, Präeklampsie, Makrosomie und Kaiserschnitte. Aktuell wird in Deutschland bei 53,6 Prozent der Schwangeren eine gemäß den Kriterien des „Institute of Medicine“ (IOM) übermäßige Gewichtszunahme beobachtet. Mehr lesen

Das Projekt-Team bedankt sich herzlich für die Durchführung und Unterstützung des Projekts. Es sind bereits einige Publikationen zum Projekt entstanden, zu den Veröffentlichungen gelangen Sie mit Klick auf diesen Link