Das Projekt GeMuKi ist abgeschlossen: Erste Ergebnisse und Erkenntnisse

Kurz zusammengefasst: Die neue Versorgungsform GeMuKi

Als Teilnehmerinnen wurden schwangere Frauen zu Beginn der Schwangerschaft (vor der 12. Woche) in die kontrollierte Interventionsstudie eingeschrieben. 5 Regionen zählten zum Studienarm Intervention, 5 Regionen zum Studienarm Kontrolle. Die Studienteilnehmerinnen in der Kontrollgruppe erhielten lediglich die normale Regelversorgung. Die Studienteilnehmerinnen (Schwangere) der Interventionsgruppe erhielten die neue Versorgungsform.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wurde eine regelmäßige Lebensstil-Kurzintervention durch Frauenärzt:innen, Hebammen sowie Kinder- und Jugendärzt:innen durchgeführt. Bei den (bis zu elf) niedrigschwelligen Beratungen ging es um die Themen Gewicht, Bewegung, Ernährung, Stillen und Genussmittelkonsum. Inhaltliche Basis waren die wissenschaftlich fundierten Empfehlungen des Netzwerk Gesund ins Leben. Als Gesprächsmethode wurden Elemente der Motivierenden Gesprächsführung verwendet. Die Teilnehmerinnen setzten sich individuelle Gesundheitsziele. Dabei wurden sie durch eine ergänzende, mobile App unterstützt, die an die Ziele erinnerte und Informationen und Anregungen für einen gesunden Alltag lieferte.

Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Komponenten der Intervention können Sie hier nachlesen: https://www.pebonline.de/projekte/gemuki/vorhaben/

Rückblick: GeMuKi-Abschlussveranstaltung

Am 16. März 2022 fand die Abschlussveranstaltung des Projekts GeMuKi mit dem Titel „Gesunder Lebensstil rund um die Geburt“ statt. Rund 40 Teilnehmende waren live vor Ort in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin. Knapp 200 Teilnehmende waren zusätzlich online zugeschaltet. Bei der Veranstaltung wurden die ersten Ergebnisse und Erkenntnisse des Forschungsprojekts öffentlich gemacht. Im Rahmen des Kongresses diskutierten verschiedene Akteure des Gesundheitssystems über passende Präventionsangebote für die Zukunft.

Den Programm-Flyer der Abschlussveranstaltung finden Sie hier:

Die kurze Pressemitteilung der Veranstaltung finden Sie hier:

Den längeren Hintergrundtext zur Veranstaltung finden Sie hier:

Die Präsentationen der Vorträge finden Sie hier:

„Präsentation der Studienergebnisse, Uniklinik Köln“

„Darstellung der Intervention, peb“

Die Video-Aufzeichnung der Abschluss-Veranstaltung (in 5 Teilen) finden Sie hier:

Panel 1 = Begrüßung

Panel 2 = Vortrag Die neue Versorgungform – GeMuKi-Intervention, peb

Panel 3 = Ausgewählte Evaluations-Ergebnisse, Uniklinik Köln

Panel 4 = Diskussionsrunde 1 – Erfahrungen aus der Praxis

Panel 5 = Diskussionsrunde 2 – Potenziale nutzen – Gesundheitspolitik

 

Veröffentlichungen

Folgende Publikationen sind bisher entstanden:

  • Alayli et al. Study Protocol: Evaluation of a computer-assisted multiprofessional intervention to address lifestyle-related risk factors for overweight and obesity in expecting mothers and their infants: protocol for an effectiveness implementation hybrid study. BMC Public Health (2020) 20:482
  • Lück et al. GeMuKi-App: „Ich esse jetzt viel bewusster und bewege mich mehr“. Thieme b&g „Bewegungstherapie und Gesundheitssport“ 06/2020
  • Lück et al. Entwicklung und Umsetzung der GeMuKi-Lebensstilintervention. Mit Kurzinterventionen werdende und junge Eltern motivieren. ErnährungsUmschau 2020; 67(11): S77–83. https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2020/11_20/EU11_2020_S77_S83.pdf
  • Lück et al. Development and implementation of the GeMuKi lifestyle intervention: motivating parents-to-be and young parents with brief interventions. Ernährungs Umschau 2020; 67(11): e37–43. https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2020/11_20/EU11_2020_S77_S84_eng.pdf
  • Neumann et al. GeMuKi: Entwicklung und Umsetzung des Schulungskonzepts. Ernährungs Umschau 2020; 67(12): S89–92.
  • Nawabi et al. Health literacy among pregnant women in a lifestyle intervention trial: protocol for an explorative study on the role of health literacy in the perinatal health service setting, BMJ open 2021;11:e047377. doi:10.1136/bmjopen-2020-047377 https://bmjopen.bmj.com/content/11/7/e047377.full 
  • Lorenz et al. Perspektiven für die Implementierung des Innovationsfondsprojekt GeMuKi: Eine Querschnittserhebung der Einstellungen von Leistungserbringern zu einer präventiven Lebensstilberatung in den Schwangerschafts- und Kindervorsorgeuntersuchungen. Z.Evid.Fortbild.Qual. Gesundh.wesen (ZEFQ) (2021), https://doi.org/10.1016/j.zefq.2021.06.005
  •  Lorenz et al. Recruitment in health services research - A study on facilitators and barriers for the recruitment of community-based healthcare providers, International Journal of Environmental Research and Public Health (IJERPH) 2021, 18, 10521 https://www.mdpi.com/1660-4601/18/19/10521/pdf
  • Bachelorarbeit am IGKE, Köln zum Thema: Perspektiven für das Projekt GeMuKi: Evaluation einer Schulung von Hebammen, Frauen- und KinderärztInnen zur präventiven Lebensstilberatung in der Vorsorge.
  • Masterarbeit bei Fraunhofer FOKUS, Berlin zum Thema: Automatisierung in der digitalen Prävention und Gesundheitsförderung. Der aktuelle Stand der Technik und prototypische Implementierung eines automatisierten Chatbot-Systems zur Steigerung der Motivation und Adhärenz im Innovationsfondsprojekt GeMuKi.
  • In Planung: John et al. Entwicklung und Implementierung der Datenplattform GeMuKi-Assist im Rahmen des Versorgungsforschungsprojekts „Gemeinsam gesund: Vorsorge plus für Mutter und Kind“ (GeMuKi)“
  • In Planung: Lück. Erste Ergebnisse und Erkenntnisse des GeMuKi-Projekts. Thieme b&g „Bewegungstherapie und Gesundheitssport“ 03/2022
  • In Planung: Lück et al. Schwangere zu einer gesunden Lebensweise motivieren. HebammenWissen 2/22 (3), Rubrik Wissenschaft

 

Wie geht es weiter?

In Zukunft werden zusätzlich noch folgende Parameter ausgewertet: Stillquote, Gewichtsentwicklung von Mutter und Kind, Entwicklungsstatus des Kindes (bis zum 2. Lebensjahr), Lebensstil (z.B. Ernährungs- und Bewegungsverhalten) und psychische Gesundheit der Mutter, Auswirkungen auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Es sind weitere Publikationen in Planung. Sie werden in den nächsten Monaten bzw. Jahren veröffentlicht werden.

Die Schlussberichte mit umfassender Stellungnahme zum Projekt werden im September 2022 beim Fördermittelgeber eingereicht und anschließend (voraussichtlich im März 2023) veröffentlicht. Nachzulesen dann auf: https://innovationsfonds.g-ba.de/beschluesse/

Anhand der Ergebnisse wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheiden, ob und wie präventive Beratungen zukünftig in der Regelversorgung von Schwangeren und Babys umgesetzt werden.

Kontakt bei Nachfragen:

Plattform Ernährung und Bewegung; Email: plattform@pebonline.de